51 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Weltflüchtlingstag ist am 20. Juni

Laut UN-Flüchtlingswerk sind derzeit mehr als 51 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gab. 33 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht, etwa 17 Millionen sind in andere Länder geflohen. National werden in diesem Jahr 400.000 in Deutschland, 52.000 in Ba-den-Württemberg erwartet. Die Flüchtlingshilfe ist originäre Aufgabe des Roten Kreuzes. Es unterstützt Flüchtlinge durch eine Vielzahl von Angeboten, wie: Notunterkünfte für die kurz-fristige Unterbringung nach der Einreise, Erstaufnahmeeinrichtungen und Ge-meinschaftsunterkünfte. Ein wichtiger Aufgabenschwerpunkt ist die psychosoziale sowie die rechtliche Beratung von Flüchtlingen. Derzeit gibt es in Deutschland rund 130 DRK-Beratungsstellen für Migranten, Flüchtlinge und Rückkehrer. Das Deutsche Rote Kreuz versteht sich aber auch als politischer Interessensver-treter und fordert die Politik und Gesetzgebung auf, dafür zu sorgen, dass Flücht-linge ein gutes Leben führen können und ihre Menschenrechte gewahrt werden.

Angebote im Badischen Roten Kreuz

Die Mitgliedsverbände des Badischen Roten Kreuz bieten folgende Hilfen an: 1. Betreuung von Gemeinschaftsunterkünften in Freiburg und Villingen Schwen-ningen (DRK-Kreisverbände Freiburg und Villingen-Schwenningen) 2. Rückkehrberatung in Freiburg (DRK-Kreisverband Freiburg) 3. Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (DRK-Kreisverbände Em-mendingen, Freiburg, Konstanz, Müllheim und Wolfach) 4. Suchdienst – Familienzusammenführung von Flüchtlingen und Migranten (DRK-Kreisverbände Freiburg, Konstanz, Müllheim und Offenburg)

Ziel der DRK-Flüchtlingshilfe ist es, Flüchtlingen soweit wie möglich zu einem selbstständigen und eigenverantwortlichen Leben in Deutschland zu befähigen. Sie unterstützt weitere Lebensperspektiven zu entwickeln, zu einer Sicherung des Aufenthaltes beizutragen oder Optionen der Weiterwanderung oder der Rückkehr zu entwickeln. Die Flüchtlingshilfe des Roten Kreuzes versteht sich als Beitrag zur Integration und Inklusion. Die Unterstützung und Integration von Flüchtlingen ist eine Aufgabenstellung, die in zunehmendem Maße auch von Ehrenamtlichen wahrgenommen wird.

Forderungen des Deutschen Roten Kreuzes

1. Einrichtung einer Europäischen Seenotrettungsoperation Aus Sicht des DRK bedarf es einer europäischen Seenotrettungsoperation auf dem Mittelmeer nach dem Vorbild der italienischen Operation „Mare Nostrum“ mit dem klaren Mandat der Seenrotrettung. Dies gilt auch für andere Brennpunkte wie die Ägäis, wo im Sommer bis zu 100.000 Flüchtlinge erwartet werden. Militärische Interventionen gegen Schlepper und Schleuser sind hierzu keine Alternative, da sie stets auch Schutzsuchende treffen werden.

2. Schaffung legaler Zugangswege nach Europa für schutzsuchende Flüchtlinge Aktuell gibt es nahezu keine Möglichkeit für Flüchtlinge, legal nach Europa einzu-reisen. Der meist lebensgefährliche Weg der illegalen Einreise ist in der Regel die einzige Möglichkeit, um Asyl in Europa zu beantragen. Dies muss sich ändern. Für syrische Flüchtlinge muss es ein neues humanitäres Aufnahmeprogramm der Bundesregierung geben, da alle vorhandenen Plätze bereits vergeben sind. Dar-über hinaus bedarf es einer massiven Ausweitung der Resettlement-Programme in ganz Europa. Die seitens der EU-Kommission vorgeschlagenen 20.000 Plätze innerhalb der EU in den kommenden zwei Jahren sind zu begrüßen, können aber nur einen Anfang darstellen. Auch für andere Flüchtlinge, etwa aus Eritrea, So-malia und dem Irak muss es Möglichkeiten einer legalen Einreise geben.

3. Menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland Das DRK spricht sich für einheitliche bundesweite Standards bei der Aufnahme von Flüchtlingen und eine strukturierte und frühzeitige Vorbereitung auf steigende Flüchtlingszahlen ein. Notunterkünfte dürfen nur die absolute Ausnahme sein, die Regel hingegen die möglichst frühzeitige Unterbringung in Privatwohnungen und eine frühzeitige Integration in die Aufnahmegesellschaft.

4. Unbeschränkter Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt Das DRK begrüßt, dass Flüchtlinge nun nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland eine Arbeit aufnehmen dürfen. Aber auch Regelungen wie die Vor-rangprüfung und das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit gehören auf den Prüf-stand. Für Asylsuchende, die einen Ausbildungsvertrag unterzeichnen können, sollte es die Garantie geben, dass sie diese Ausbildung auch abschließen können. Auch die Ausbildungsbetriebe brauchen diese Gewissheit.

5. Öffnung des Deutschunterrichts für alle Asylsuchenden Wichtig für eine wirksame Integration ist die Teilnahme an Deutsch-Sprachkursen für alle Asylsuchenden. Dies ist gerade vor dem Hintergrund des Zugangs zum Arbeitsmarkt für Asylsuchende notwendig.

6. Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Asylsuchende Die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen muss unbedingt verbessert werden. Der bisherige Weg über die Sozialämter ist äußerst bürokratisch, verzö-gert in vielen Fällen notwendige Behandlungen und ist letztendlich auch teurer. Eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge wäre ein erster Schritt, der bereits in zwei Bundesländern (Hamburg und Bremen) in Zusammenarbeit mit einer Kranken-kasse erfolgreich praktiziert wird. Auch der im Asylbewerberleistungsgesetz festgelegte Umfang der medizinischen Versorgung für Flüchtlinge muss überprüft und erweitert werden. Medizinisch notwendige Behandlungen sind bisher nur bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen vorgesehen. Diagnose und Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen werden bisher zu wenig berücksichtigt.

18. Juni 2015

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