Eine echte Erfolgsgeschichte

20 Jahre Freiwilligendienst beim Badischen Roten Kreuz

Das Terrain war völlig neu, auf das sich das Badische Rote Kreuz Ende 1996 wagte. Zum ersten Mal starteten junge Frauen – 25 an der Zahl – betreut vom DRK-Landesverband Badisches Rotes Kreuz ins Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Niemand konnte damals ahnen, dass dies der Anfang einer echten Erfolgsgeschichte sein würde. In diesem Jahr, 20 Jahre nach dem Start, hat das Badische Rote Kreuz 1300 jungen Menschen Einsatzstellen für das Freiwillige Soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) vermittelt und ist damit der größte Anbieter für Freiwilligendienste in Baden.

„Von 20 Jahren Freiwilligendienst beim Badischen Roten Kreuz haben nicht nur tausende junger Frauen und Männer profitiert, sondern auch viele soziale Einrichtungen und natürlich die gesamte Gesellschaft. Darauf dürfen wir, glaube ich, zu Recht ein wenig stolz sein“, sagt Jochen Glaeser, Präsident des Badischen Roten Kreuzes.

Heute wie damals werden die Freiwilligen in Seminaren auf ihren Einsatz vorbereitet und durch das gesamte FSJ begleitet. „Ein FSJ fördert die Persönlichkeitsentwicklung und stärkt die Eigenreflexion. Zudem ist es eine gute Vorbereitung aufs Berufsleben und man lernt sich selbst zu organisieren“, urteilt Elke Trefzer, die das FSJ beim Badischen Roten Kreuz seit dem ersten Tag begleitet.

Von Beginn an vermittelt das Badische Rote Kreuz seine Freiwilligen nicht nur an Rot-Kreuz-Einrichtungen, sondern an ganz verschiedene soziale Träger. Mit dabei sind 1996 neben verschiedenen DRK-Kreisverbänden, beispielsweise schon das Parkklinikum in Bad Krozingen und das Bürgerheim in Villingen-Schwenningen. Heute kommen die Freiwilligen des Badischen Roten Kreuzes in mehr als 300 Einrichtungen zum Einsatz.

Mit den Jahren wird die „Welt der Einsatzstellen“ bunter. „Das Soziale bleibt zwar immer prägend für das FSJ, aber zu Kliniken, Altenhilfe- und Kindertageseinrichtungen kommen Mitte der 2000er Feuerwehren, Schulen oder auch kulturelle Einrichtungen“, erinnert sich der Leiter des Freiwilligendienstes beim Badischen Roten Kreuz, Thomas Schaaf. Außerdem wächst der Anteil junger Männer, die anstelle des Zivildienstes ein FSJ absolvieren und vor allem im Bereich Krankentransport-Rettungsdienst eingesetzt werden.

Als die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt wird und damit auch der Zivildienst wegfällt, entsteht zusätzlich zum FSJ ein neues Freiwilligenprogramm: der Bundesfreiwilligendienst. Nach einem etwas holprigen Start hat sich dieser heute etabliert, dennoch wird nur eine vergleichsweise kleine Gruppe junger Menschen vom Badischen Roten Kreuz in den BDF vermittelt. Die große Mehrzahl der Freiwilligen macht nach wie vor ein FSJ. „Inhaltlich gleichen sich die Programme weitgehend. Beim FSJ sind wir Träger und die gesamte pädagogische Begleitung liegt bei uns“, erklärt Silva Clemens, die Pädagogische Leiterin der Freiwilligendienste bei Badischen Roten Kreuz. „Der BFD ist ein Angebot des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA). Dennoch werden die Bundesfreiwilligen pädagogisch von uns begleitet, für das einwöchige Seminar zur politischen Bildung allerdings – und das macht den Unterschied – ist das Bildungszentrum Karlsruhe, eine Einrichtung des BAFZA, verantwortlich.“

Auch nach 20 Jahren ist der Freiwilligendienst für Elke Trefzer „ein tolles Arbeitsfeld, das viel Abwechslung bietet“. Die Veränderung von Zeitgeist und Moden, hat sie aus nächster Nähe erlebt: Ziemlich individuelle Klamotten und Frisuren in den 90ern, ein eher einheitliches Erscheinungsbild heute, dafür aber sehr spezifische Ernährungsformen: vegetarisch, vegan, glutenfrei...Interessiert beobachtet sie den Umgang ihrer jungen Leute mit der sich immer schneller verändernden Technik, die vor ihr selbst nicht haltgemacht hat. Zu ihrem ersten Handy kam sie durch ihre FSJler, die entschieden: „Elke, du brauchst so was.“ In der Seele von jungen Fußballerspielern kennt sie sich besser aus als mancher Trainer. Nicht nur Dennis Aogo, der der bekannteste war, sondern auch einige andere Kicker aus der Freiburger Fußballschule machten ihren Freiwilligendienst unter ihrer Fittiche. Hautnah hat sie auch das kontinuierliche Wachsen des Freiwilligendienstes miterlebt.

Im Lauf der Jahre werden Regionalbüros in Konstanz, Baden-Baden und Lörrach gegründet, außerdem kommen die „weltwärts-Dienste“ dazu. Sie vermitteln junge Menschen aus Deutschland in Freiwilligendienst nach Chile, Mexiko und Peru und junge Chilenen und Mexikaner in südbadische Einsatzstellen. Seit 2016 verhilft das Badische Rote Kreuz Freiwilligen außerdem zum Einsatz im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF), in dem sich deutsche genauso wie geflüchtete junge Menschen engagieren können. „Es freut einen einfach, wenn man seinen Bereich so erfolgreich wachsen sieht“, sagt Thomas Schaaf. „Außerdem ist es wirklich schön mitzuerleben, wie toll sie sich die jungen Menschen in der Zeit bei uns entwickeln“ Und mache bleiben auch oder kommen wieder. Aus einigen ehemaligen FSJlern sind feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Badischen Roten Kreuz geworden.

Das FSJ beim Badischen Roten Kreuz in Zahlen:

Teilnehmende:
1996 Start mit 25 Teilnehmerinnen
2002 waren es 170 Teilnehmende
2003 Anstieg auf 320 Teilnehmende
2006 entscheiden sich 660 junge Menschen für ein FSJ beim Badischen Roten Kreuz
2010 weiterer Zuwachs auf 820 Teilnehmende
2011 wird die 1000er-Marke erreicht; in diesem Jahr wir die Wehrpflicht abgeschafft
2016 werden 1300 jungen Menschen Einsatzstellen vermittelt

Gründung der Regionalbüros:
2003 in Konstanz
2006 in Baden-Baden
2012 in Lörrach

Geschlechterverhältnis:
Das FSJ ist noch immer weiblich aber inzwischen sind immerhin knapp 40 % der Teilnehmer männlich.


Schulabschlüsse:

Noch immer haben viele Freiwillige Abitur, doch mittlerweile ist der Anteil der Freiwilligen mit Haupt- und Realschulabschluss auf etwa 35 % geklettert.

Alter:
Zirka 20 % der Freiwilligen sind zu Beginn des Freiwilligendienstes jünger als 18.

Mitarbeitende:
34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Freiwilligendienst beim Badischen Roten Kreuz erfolgreich läuft.

Spendenhotline

Tel: 0761-88336600

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